OSGeo-Wissensbasis
Diese Seite gehört zum Webinar „Open Source GIS/GEO in der Praxis“. Sie finden die Aufnahme, zehn häufig genutzte QGIS-Plugins, Bausteine für Ihre Geo-Infrastruktur und einen Fahrplan, den Sie pro Schritt ausklappen können, mit Kurzliste und mehr Hintergrund.
Webinar-Aufnahme: „Open Source GIS/GEO in der Praxis“
Noch einmal ansehen oder einen Abschnitt wiederholen? Diese Aufnahme gehört zum Fahrplan und zur QGIS-Plugin-Liste weiter unten.
Die Top 10 der am häufigsten genutzten QGIS-Plugins
Im Webinar haben wir zehn häufig genutzte QGIS-Plugins gezeigt: von Grundkarten und Datenquellen bis Webpublikation und GeoApps-Anbindung. Unten dieselbe Liste mit Kurztext und Links.
Vollständige Liste anzeigen (alle 10 QGIS-Plugins)
32BT Verbesserte Karte
Eine verbesserte niederländische Kartengrundlage für QGIS-Projekte.
GeoApps <> QGIS-Plugin
Die GeoApps-Route für QGIS-Workflows, Installation und Veröffentlichung. Die Kurz-URL /qgis leitet hierher weiter.
Welche Teile umfasst eine moderne Geo-Infrastruktur?
Eine moderne Geo-Infrastruktur verbindet Datenquellen, Dienste und Karten für Anwender:innen. Viele Organisationen mischen Open Source am Arbeitsplatz mit einer verwalteten Plattform fürs Teilen und Anmelden. Klappen Sie die Tabelle auf für ein typisches Beispiel.
Vollständige Tabelle anzeigen (Teile & Beispiele)
In der letzten Zeile steht etwa eine Kartenplattform wie GeoApps neben Open-Source-Bausteinen—Ihre Mischung kann anders aussehen.
| Teil | Beispiel | Wofür |
|---|---|---|
| Desktop-Arbeitsplatz | z. B. QGIS | Karten erstellen, räumliche Fragen klären und Daten prüfen, bevor Sie sie teilen. |
| Datenspeicher | Oft PostgreSQL + PostGIS | Hier liegen die maßgeblichen Kartendaten: zuverlässig, durchsuchbar, anbindbar an andere Systeme. |
| Online-Karten | z. B. GeoServer o. Ä. | Damit Karten im Browser oder in Apps laufen, nicht nur auf dem Rechner der Fachperson. |
| Daten aktuell halten | Skripte oder Planer | Wiederholbare Schritte, um Daten aus Quellsystemen planmässig zu aktualisieren (weniger Handarbeit, weniger Fehler). |
| Web & Zugriff | Karte in Website/Portal, Anbindungen | Wo Kolleginnen und Bürgerinnen die Karte sehen und wo Anmeldung sowie andere Software angebunden werden. |
| Portal / Kartenplattform | GeoApps oder Vergleichbares | Eine kommerzielle Plattform (keine Open Source): Sie erwerben oder mieten sie als Dienst mit Support und Weiterentwicklung. Ergänzt QGIS und eigene Serverkomponenten als betreute Schicht für Viewer, Daten und Integrationen. |
Fahrplan: Open-Source-GIS und modernes GIS
Sehen Sie unten den Fahrplan. Zwölf Schritte von der Vision bis zur Skalierung. In den Schritten 1 bis 8 stehen Kurzliste und Vertiefung zusammen: öffnen Sie einen Schritt, um alles zu sehen. Danach Migration, Daten, Veröffentlichung, Automatisierung, Rollen, Schulung, Governance und Weiterentwicklung.
Klären Sie, was GIS in der Organisation leisten soll
Arbeitsliste (kurz)
Schreiben Sie in einfachen Worten, warum Sie Open Source nutzen wollen (z. B. weniger Abhängigkeit von einem Anbieter, bessere Anbindung an andere Systeme, mehr Kontrolle über Daten). Überlegen Sie, wie weit Sie gehen: nur Karten am PC, auch Karten im Intranet oder Web, oder ein größeres Karten- und Daten-Umfeld.
- Beziehen Sie früh die richtigen Personen ein: Fachbereich (Geo), IT, Datenschutz/Sicherheit falls nötig, und jemand mit Vertragswissen.
- Nennen Sie Abläufe, die wirklich nicht stocken dürfen (Genehmigungen, Krisenfall, Bürgerschalter). Dort warten Sie länger oder bauen einen sicheren Parallelweg.
- Machen Sie Erfolg greifbar: z. B. „20 Kolleginnen arbeiten selbstständig in QGIS“ oder „die Kartenebene steht jede Nacht automatisch bereit“.
Mehr Tiefe
Beginnen Sie nicht mit Tools, sondern mit der Frage: Was soll GIS liefern?
Denken Sie an:
- datengetriebeneres Arbeiten
- bessere Online-Kartenangebote
- weniger Abhängigkeit von proprietärer Software
- niedrigere Lizenzkosten
- bessere Integration mit Datenbanken, Dashboards und Außendienst
- öffentliche Kartenanwendungen oder Beteiligung
- Unterstützung für Policy-Berater, Projektleitende und Außendienst
Ergebnis: Eine kurze GIS-Vision mit konkreten Use Cases.
Bestehende GIS-Architektur erfassen
Arbeitsliste (kurz)
Eine einfache Liste: welche Programme und Verträge, wo Kartendaten liegen, wer Karten baut und wer bei Problemen hilft. So sehen Sie schnell, wo es hakt.
- Pro wichtiger Kartenebene: wer ist verantwortlich, wie oft muss sie aktuell sein, und dürfen Sie die Daten teilen (Lizenz und Datenschutz)?
- Welche anderen Systeme hängen dran? Berichte, Vorgänge, Firmenlogin oder Karten auf dem Handy für Außendienst.
- Notieren Sie kurz, was „unordentlich“ wirkt: alte Skripte, lose Dateien, fehlende Doku. Meist entscheidet das, womit Sie beginnen.
Mehr Tiefe
Erfassen Sie, was heute läuft und wo es hakt.
Erfassen Sie:
- welche Desktop-GIS-Software genutzt wird
- welche Online-Viewer oder Plattformen es gibt
- welche Datenbanken genutzt werden
- welche Webdienste genutzt werden
- Anbindungen an FME, ArcGIS, QGIS, PostgreSQL/PostGIS, Luftbilder, Straßenbilder, PDOK, Geopunt usw.
- wo Daten liegen: lokal, SaaS oder on-premise
Ergebnis: Ist-Architektur plus Engpässe.
Zielstack für modernes GIS definieren
Arbeitsliste (kurz)
Sie müssen nicht alles auf einmal ersetzen. Viele starten mit QGIS und einem zentralen Ort für Kartendaten; später kommen Online-Karten für Kolleginnen und Bürgerinnen. Wählen Sie, was zu Ihren Menschen und IT-Vereinbarungen passt, und was Sie betreiben können.
- Sprechen Sie, wo Software läuft: bei Ihnen, in der Cloud beim Anbieter, oder gemischt. Denken Sie an Backups und wer Updates einspielt.
- Test und Produktion trennen: erst ausprobieren, dann ausrollen. Eine kurze schriftliche Anleitung verhindert Panik, wenn etwas schiefgeht.
- Hybrid ist normal: Open Source am Arbeitsplatz und eine kommerzielle Webplattform (wie GeoApps) zum Teilen, Anmelden und Anbinden, oder umgekehrt.
Mehr Tiefe
Wählen Sie pro Schicht, was Sie brauchen.
Beispiele pro Schicht:
- Desktop-GIS: QGIS
- Datenbank: PostgreSQL/PostGIS
- Open Data: PDOK, Geopunt, OpenStreetMap, BAG, BGT, Luftbilder
- Online-GIS: z. B. GeoApps oder eine andere Web-GIS-Plattform
- ETL/Datenintegration: FME, GDAL/OGR, ogr2ogr oder Alternativen
- Außendienst: QField oder eine Online-Feld-App
- Dashboards/Storytelling: Dashboards, Map Tours, Beteiligungskarten
Ergebnis: Zielarchitektur.
Migrationsplan erstellen
Arbeitsliste (kurz)
Open Source bringt Freiheit und Verantwortung: wer darf was, welche Passwörter werden nicht geteilt, wie sieht Backup aus? Legen Sie das mit IT und Datenschutz fest, damit niemand später rät.
- Wer verfolgt Sicherheitshinweise für Ihre Produkte, und wie schnell spielen Sie Updates ein?
- Eine einfache Regel, welche QGIS-Plugins (oder andere) erlaubt sind, damit nicht blind Fremdsoftware installiert wird.
- Klarstellen, wer bei Störungen hilft: Service Desk, GIS-Team oder Partner.
Mehr Tiefe
Legen Sie fest, was migriert, neu aufgebaut oder angebunden wird. Starten Sie mit einem Piloten statt alles auf einmal.
Klären Sie:
- welche Daten migriert werden müssen
- welche bestehenden Karten neu aufgebaut werden müssen
- welche Dienste ersetzt oder angebunden werden
- welche Nutzergruppen umsteigen
- welche Prozesse zuerst modernisiert werden
- was am Desktop bleibt und was online geht
Ergebnis: Phasenplan für die Migration.
QGIS als Desktop-GIS-Basis einrichten
Arbeitsliste (kurz)
Wählen Sie ein konkretes Beispiel (ein Kartenprodukt oder ein Ablauf). Schulen Sie die Menschen, die es später machen, und zeigen Sie, wo Fragen hingehören. Wenn es läuft, erweitern Sie.
- Einigen Sie, was „gut genug“ heißt: Kartengeschwindigkeit, Datenrichtigkeit, Verfügbarkeit außerhalb der Bürozeit.
- Erklären Sie Führung und Kolleginnen in einfachen Worten: weniger Jargon, mehr Praxisbeispiele.
- Unklar zwischen „alles selbst bauen“ und fertiger Webplattform? Lesen Sie Open Source vs kommerziell und GeoApps vs QGIS.
Mehr Tiefe
Installieren Sie QGIS LTR und richten Sie eine wiederverwendbare Basis ein.
- PDOK-Plugin
- Geopunt-Plugin falls relevant
- QuickMapServices
- QuickOSM
- GeoApps-Plugin oder andere Web-GIS-Anbindung
- Datenbankverbindungen zu PostGIS
- Standard-Projektvorlagen
- Corporate Design/Styling für Kartenebenen
- Rechte und Arbeitsanweisungen
Ergebnis: Funktionierende QGIS-Basisumgebung.
Zentrale Datenumgebung einrichten
Arbeitsliste (kurz)
Alte Dateien umzusetzen dauert oft länger als neue Software zu installieren. Kleine Schritte, Stichproben (Grenzen, Beschriftungen?), und festhalten, wer die „richtige“ Version bewahrt.
- Achten Sie auf Koordinatensysteme: eine vereinbarte Regel vom „Alt“ zum „Neu“, damit Ebenen nicht auseinanderwandern.
- Kurz pro Ebene (Herkunft, darf ich teilen?) hilft Kolleginnen und vermeidet spätere Fehler.
- Versionen merken: welcher Export zu welchem Zeitpunkt, besonders bei paralleler Arbeit.
Mehr Tiefe
Vermeiden Sie zerstreute Dateninseln.
- PostgreSQL/PostGIS als zentrale Datenbank wo möglich
- offene Standards: WMS, WFS, WMTS, GeoPackage
- zentrale Datensätze für BAG, BGT, Luftbilder, OSM, eigene Register
- klare Datenqualitätsvereinbarungen
- Versionsführung und Ownership pro Datensatz
Ergebnis: Zentrale, wiederverwendbare Geodaten-Basis.
Daten ins Online-GIS veröffentlichen
Arbeitsliste (kurz)
Offene Standards erleichtern später den Wechsel des Anbieters oder das Teilen von Daten. In den Niederlanden nutzen Sie oft landesweite Quellen (z. B. PDOK); notieren Sie Rolle und Verantwortung.
- Karten-URLs und Zugangsdaten pro Dienst an einem Ort, damit niemand das Rad neu erfindet.
- Viele externe Karten: klären Sie, ob kurzes Zwischenspeichern (Cache) erlaubt ist, um Lastspitzen zu vermeiden.
Mehr Tiefe
Karten für Nicht-GIS-Spezialistinnen nutzbar machen.
- Online-Viewer
- Dashboards
- Beteiligungskarten
- Feld-Apps
- Story-Karten
- interne Policy-Karten
- öffentliche Webkarten
Ergebnis: Policy, Projektleitung, Außendienst und Bürgerinnen können Geo ohne QGIS nutzen: erste Online-GIS-Anwendungen.
Workflows automatisieren
Arbeitsliste (kurz)
Software altert: planen Sie jährlich (oder öfter), welche Versionen Sie anheben und wie Sie zurückrollen. Regelmäßige Pflege verhindert große Krisen.
- Eine Seite „Was tun, wenn …“ (weiße Karte, volle Platte, abgelaufenes Zertifikat) spart Stunden bei Vorfällen.
- Open Source lebt von Communities; gelegentlich Zeit für Doku oder eine Meldung hilft allen.
Mehr Tiefe
Welche manuellen GIS-Aufgaben lassen sich automatisieren? Nutzen Sie FME, GDAL/OGR, Skripte oder Plattformfunktionen.
Beispiele:
- Datenabruf aus PDOK oder Geopunt
- regelmäßige Aktualisierung von Datensätzen
- Geocodierung
- Gebietsanalysen
- Berichte
- ETL-Prozesse
- Dashboard-Updates
- Veröffentlichung von Kartenebenen
Ergebnis: Weniger Handarbeit, zuverlässigere Prozesse.
Betrieb, Rollen und Verantwortung klären
Mehr Tiefe
GIS-Expertinnen verschwinden nicht; die Rolle wandelt sich.
- GIS-Spezialistin
- Geo-Informationsbeauftragte
- Data Steward
- fachlicher GIS-Beauftragte
- Product Owner Geo-Apps
- SLA-Manager SaaS-GIS
- PostGIS-Datenbankadmin
- Beraterin für Geo-Informationsprodukte
- Digital-Twin-/KI-Geo-Spezialistin
Ergebnis: Klares Betriebs- und Rollenmodell.
Nutzer nach Zielgruppe schulen
Mehr Tiefe
Nicht jede Person muss QGIS-Power-User werden.
- GIS-Spezialistinnen: QGIS, PostGIS, Styling, Analysen
- Admins: Daten, Rechte, Veröffentlichung, Qualität
- Fachbereich: Online-Karten und Dashboards
- Außendienst: Feld-Apps
- Management: Dashboards und Reporting
Ergebnis: Adoptionsplan plus Schulungen.
Open-Source-Governance verankern
Mehr Tiefe
Treffen Sie explizite Entscheidungen zu Open Source.
- welche Open-Source-Software genutzt wird
- wie Updates verwaltet werden
- wie Plugins bewertet werden
- wie Dokumentation gepflegt wird
- wie die Organisation zu Communities beiträgt
- Mitgliedschaft/Spende an QGIS NL oder OSGeo falls sinnvoll
- offene Standards in Ausschreibungen
Ergebnis: Vereinbarungen zur Open-Source-Governance.
Zu fortgeschrittenen Use Cases skalieren
Mehr Tiefe
Nach der Basis: Richtung strategische Anwendungen erweitern.
- 3D-GIS
- Digital Twins
- KI-Abfragen auf Geodaten
- automatische Gebietsanalysen
- Szenariovergleich
- Policy-Monitoring
- Energie, Klima, Mobilität, Immobilien und öffentlicher Raum
Ergebnis: GIS als strategische Informationsversorgung, nicht nur als Kartentool.
Beratungsgespräch: vorbereiten und buchen
Kurz intern (oder mit Ihrer Partnerin) abstimmen hält ein Gespräch mit uns fokussiert. Wählen Sie unten einen Termin, um Fahrplan, modernes GIS, Open Source und die Rolle von GeoApps bei Ihnen zu besprechen.
Fragen für internes Abstimmen
- Welche Prozesse dürfen bei der Umstellung niemals stillstehen?
- Wer hält Kartendaten aktuell und prüft, ob sie stimmen?
- Gibt es Budget und Zeit für Betrieb (Hosting, Updates, Helpdesk) neben möglichen Lizenzersparnissen?
- Welche Regeln gelten für uns (Datenschutz, Einkauf, Verträge mit Anbietern)?
- Wollen wir einen zentralen Ort für alle Kartenebenen oder mehrere Quellen, die wir zusammenführen?
- Wo setzen wir Open Source ein und wo (falls überhaupt) eine kommerzielle Plattform wie GeoApps, und wer unterstützt welchen Teil?
Was wir mit Ihnen besprechen können
- Den Fahrplan auf Ihre Situation anwenden und klären, was zuerst nötig ist.
- Modernes GIS, Open Source und hybride Optionen (z. B. QGIS plus Web) in Ihrem Kontext.
- Wo GeoApps neben oder zusammen mit Ihrer Open-Source-Kette passt und was Betrieb und Adoption brauchen.
Bereit für den Austausch? Wählen Sie unten ein passendes Zeitfenster.
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